Junge Frau krank im Bett mit Zitronen und einem heißen Getränk auf dem Tisch.

Wohlbefinden



Erkältungs- und Grippezeit

Was ist das Geheimnis, um im Winter gesund zu bleiben?

Im Durchschnitt bekommen wir in unserem Leben etwa 200 Erkältungen und 16 grippale Infekte. Es gibt jedoch auch Menschen, die scheinbar nie krank werden.

Erkältungen und grippale Infekte sind die häufigsten Ursachen für Arztbesuche und Fehltage in der Schule oder am Arbeitsplatz. Mit über 200 verschiedenen Arten von Erkältungsviren ist es sogar möglich, eine Erkältung direkt nach der anderen zu bekommen. Manche Menschen fühlen sich beinahe ständig krank.

Der Mythos vom Super-Resistenten

Junge Frau krank mit Hausmitteln auf dem Tisch

Einige Menschen sind anfälliger dafür, sich eine Erkältung oder Grippe einzufangen. Häufig ist dies auf äußere Lebensumstände und -gewohnheiten zurückzuführen. Kinder neigen beispielsweise dazu, sich häufiger eine Erkältung einzufangen als Erwachsene — etwa sechs bis zehn pro Jahr — was auf ihren direkten Kontakt mit anderen Kindern im Kindergarten oder in der Schule zurückzuführen ist.

Es gibt aber auch Gruppen von Menschen, die weniger anfällig für typische Winterkrankheiten zu sein scheinen: über 50-jährige beispielsweise erkälten sich im Schnitt nur halb so häufig wie Teenager, da ihr Körper über die Jahre Antikörper gegen eine Vielzahl von Erregern gebildet hat. Auch Ärzten, Krankenschwestern und Lehrern gelingt es häufig, das Krankwerden zu vermeiden. Vermutlich, weil ihr Immunsystem durch den ständigen Kontakt mit den Viren von Patienten und Kindern gestärkt ist.

Gibt es neben diesen Umweltfaktoren noch andere Gründe, warum wenige Glückliche behaupten können, nie krank zu werden? Was ist das Geheimnis dieser fast übermenschlichen Immunität?

Ärzte und Immunologen sind skeptisch, ob es diese multi-resistenten “Super-Menschen” tatsächlich gibt. Und in der Tat liegt es vor allem an der sehr individuellen und komplexen Natur unseres Immunsystems, unseren Gewohnheiten und sozialen Interaktionen, ob wir häufig krank werden oder nicht. Unser individuelles Immunsystem ist fast so einzigartig wie unser Fingerabdruck und es scheint auch, als ob einige von uns eine Reihe von Immunsystem-Genen erben, die ganz besonders gut im Umgang mit bestimmten Viren, wie Erkältungs- und Grippeviren, sind.

Nicht nur die Gene machen einen Unterschied

Aber neben dem Glück einfach nur gute “Immunitätsgene” geerbt zu haben, gibt es auch mehrere Maßnahmen, die wir ergreifen können, um Winterkrankheiten zu vermeiden. Hier sind ein paar wissenschaftlich fundierte Tipps, mit denen Sie die Ansteckungsgefahr verringern und Ihre Abwehrkräfte stärken können.

Nahaufnahme von zwei Männern beim Händeschütteln, Blick von oben

Händeschütteln vermeiden

Unsere Hände sind hauptverantwortlich für die Verbreitung von Erkältungs- und Grippekeimen. Das Husten oder Niesen in unsere Hände, das Anfassen kontaminierter Oberflächen und das anschließende Berühren von Augen und Nase sind die Hauptursachen für die Verbreitung von Viren. Finden Sie es also nicht unhöflich, wenn Ihr Arzt oder die Lehrerin Ihres Kindes Ihnen nicht die Hand schütteln möchte, sie wollen nur die Verbreitung von Keimen verhindern. Tatsächlich ist es weniger wahrscheinlich, sich durch einen Kuss auf die Wange anzustecken, als durch ein Händeschütteln. Die meisten Erkältungsviren werden nicht durch Speichel verbreitet.

Zwei Mitarbeiter eines Unternehmens arbeiten zusammen am Arbeitsplatz

Nicht am Schreibtisch zu Mittag essen

Erkältungs- und Grippekeime können stundenlang auf Oberflächen leben — Tastatur, Telefon, Schubladen- und Türgriffe sind die Hauptträger von Viren im Büro. Berührt man eine kontaminierte Oberfläche und fasst anschließend seine Lebensmittel an, werden die Keime beim Essen direkt in den Körper befördert. Vermeiden Sie es daher, Ihr Mittagessen an Ihrem Schreibtisch zu essen. Es ist nicht nur viel erholsamer, die Pause nicht am Arbeitsplatz zu verbringen, sondern reduziert auch die Ansteckungsgefahr.

Woman practicing calming meditation sitting at her desk in front of a laptop

Bleiben Sie ruhig

Stress kann sich negativ auf das Immunsystem auswirken. Viele Menschen sehen einen Zusammenhang zwischen Stress und körperlichen Erkrankungen. Stress setzt das Hormon Cortisol frei, das Entzündungen und Krankheiten bekämpft und dabei hilft, mit der jeweiligen Situation besser umgehen zu können. Die ständige Freisetzung dieses Hormons führt jedoch zu einer Erhöhung der Entzündungsstoffe im Blut und damit zu einer Schwächung des Immunsystems. Als Folge wird man schneller krank.

Junge und Mädchen in Wintermäntel gehüllt, kniend auf einem Feld, untersuchen einen Steinhaufen

Ab nach draußen

Wenn wir nach draußen gehen und etwas Sonnenlicht tanken, unterstützen wir die Versorgung unseres Körpers mit Vitamin D. Das stärkt unser Immunsystem. Kinder draußen spielen zu lassen, hat nicht zuletzt den Vorteil, dass damit Ihre Resistenz gegenüber Keimen und Bakterien gestärkt wird. Es gibt Hinweise darauf, dass das Immunsystem von Erwachsenen stärker ist, wenn sie bereits im Kindesalter mit vielfältigen Keimen und Bakterien in Kontakt gekommen sind.

Wir können also festhalten, dass es keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege für immer-gesunde, super-resistente Menschen gibt. Es scheint vielmehr eine Kombination aus Genen und persönlichem Lebensstil zu sein, die die Widerstandsfähigkeit von Menschen gegen typische Winterkrankheiten erhöht. Versuchen Sie daher, unsere Tipps in Ihrem Alltag umzusetzen und bleiben Sie diesen Winter möglichst gesund.

Und wenn Sie doch eine Erkältung oder Grippe erwischt, lesen Sie unseren Blog zur Behandlung von Erkältungs- und Grippesymptomen. Dort finden Sie zahlreiche Tipps zur Behandlung und Hinweise, wann Sie Ihren Arzt aufsuchen sollten.